Eigentlich hatte ich einen ganz anderen Artikel geplant. Ich wollte mir nämlich für ein Wochenende ein Elektroauto mieten, einen kleinen Roadtrip durch NRW machen und darüber schreiben. Da wir auch in Punkto Mobilität nachhaltiger leben möchten, denken wir in letzter Zeit nämlich intensiv über den Kauf eines E-Autos nach. Da wir Zuhause aber keine eigene Lademöglichkeit haben, wollte ich erst einmal herausfinden, wie alltagstauglich ein Elektroauto für uns überhaupt ist. Ich wollte Erfahrungen an Schnellladesäulen sammeln, die Reichweite testen und ganz ehrlich darüber schreiben, wie sich so ein Wochenende anfühlt. Ich dachte, die größte Herausforderung würde das Laden unterwegs werden. Ehrlich gesagt hatte ich davor sogar ein bisschen Respekt. Tatsächlich scheiterte mein Experiment aber schon viel früher. Nämlich an der Buchung eines Elektro-Mietwagens.
Dabei hat sich für mich wieder einmal gezeigt: Was nützt der beste Vorsatz, wenn die Möglichkeiten fehlen? In diesem Beitrag möchte ich aber auch Mut machen und darüber schreiben, dass immer noch erstaunlich viel in unserer eigenen Hand liegt und es einen Weg zwischen Resignation und Perfektion gibt. Für alle die gerne nachhaltiger leben und auch reisen möchten, habe ich daher mal ein paar einfache und auch kostengünstige Tipps für mehr Klimaschutz im Alltag zusammengestellt.

Nachhaltig leben:
Was nützt der beste Vorsatz, wenn die Möglichkeiten fehlen?
#1 Zwischen Anspruch und Realität
Wer meinen Blog schon länger liest, weiß, dass mich das Thema „nachhaltig leben und reisen” seit vielen Jahren begleitet. 2017/2018 begann ich, unser Waschmittel selbst herzustellen, unverpackt einzukaufen und auf Reisen immer häufiger die Bahn statt das Auto oder gar das Flugzeug zu wählen. Ich beschäftigte mich intensiv mit meinem CO₂-Fußabdruck und stellte mir bei fast jeder Reise die Frage, ob sie überhaupt vertretbar sei. Meinen Beitrag von 2019 zu dem Thema könnt ihr hier nachlesen. Tatsächlich sind wir als Familie auch fast fünf Jahre lang gar nicht mehr geflogen. Und das, obwohl Reisen mein Job ist.
Mit der Zeit wurde mir jedoch immer bewusster, dass das Thema sehr komplex ist und es keine einfachen Antworten gibt. Nachhaltiger zu leben und zu reisen ist selten schwarz oder weiß. Es bewegt sich fast immer in einem Spannungsfeld zwischen unserem Anspruch und der Realität. Natürlich könnten wir „rein theoretisch” alle nachhaltiger leben. So wenig wie möglich konsumieren, nur noch regional einkaufen, das Rad nehmen statt Auto zu fahren, komplett auf Fleisch verzichten oder gar nicht mehr fliegen. All das sind sinnvolle Überlegungen. Gleichzeitig lebt aber niemand von uns unter Laborbedingungen. Wir haben Familien, Berufe, finanzielle Grenzen, gesundheitliche Voraussetzungen oder wir wohnen in Regionen, in denen nachhaltige Alternativen schlicht nicht vorhanden sind.
#2 Der Wille ist oft größer als die Möglichkeiten
Mein gescheiterter Elektroauto-Test ist dafür ein gutes Beispiel und hat mir wieder einmal gezeigt, dass der Wille oft größer ist als die Möglichkeiten. Ich wollte es wirklich ausprobieren. Denn wer über den Kauf eines Elektroautos nachdenkt, möchte schließlich keine Katze im Sack kaufen und am Ende feststellen, dass sich das neue Auto an seinem Wohnort gar nicht aufladen lässt.
#2.1 Unser gescheiterter Versuch ein E-Auto zu mieten
Obwohl ich bereits drei Wochen im Voraus ein Elektroauto in Köln reserviert hatte, wurde die Buchung kurzfristig storniert. Ich machte mich daher auf die Suche nach einer Alternative und stellte fest, dass andere Vermieter überhaupt keine Elektrofahrzeuge in ihrer Flotte hatten. Wieder andere verlangten Preise, die für einen einfachen Wochenendtrip völlig unverhältnismäßig waren. Auch Carsharing kam nicht infrage, da die Fahrzeuge meist nur für kurze Fahrten innerhalb eines bestimmten Gebiets gedacht sind. Je länger ich recherchierte, desto frustrierender wurde die Situation. Ich war ehrlich gesagt überrascht und natürlich auch enttäuscht. Mit so einer absurden Situation hatte ich im Jahr 2026 nämlich überhaupt nicht gerechnet. Schließlich waren wir bereits mehrfach in China und haben erlebt, wie reibungslos das Thema E-Auto dort funktioniert. Und dort leben immerhin 1,4 Milliarden Menschen.
Im Übrigen ist mir das Ganze schon einmal im Oktober 2024 passiert, als wir unseren Roadtrip durch die Normandie mit einem E-Mietwagen machen wollten. Alles war geplant und gebucht. Doch bei der Autovermietung in Paris sagte man uns, dass leider kein E-Auto mehr verfügbar sei. Natürlich mussten wir dann auf einen Benziner ausweichen, was mich echt geärgert hat. Mittlerweile glaube ich, dass Autovermietungen aus vielerlei Gründen gar keine E-Autos haben oder nur zum Schein anbieten.

#2.2 Die fehlenden Rahmenbedingungen und Möglichkeiten
Und genau darin sehe ich mittlerweile ein grundsätzliches Problem vieler Nachhaltigkeitsdebatten.
Wir sprechen häufig darüber, welche individuellen Entscheidungen Menschen treffen. Seltener fragen wir jedoch, ob sie diese Entscheidungen überhaupt treffen können.
Wer in einer Mietwohnung (oder, wie wir, in einem gemieteten Einfamilienhaus) lebt, kann sich nicht einfach eine Wallbox installieren, Solarmodule aufs Dach schrauben oder in eine Wärmepumpe investieren. Wer keinen eigenen Stellplatz hat, kann kein Ladekabel über die Straße legen. Wer auf dem Land wohnt, kann nicht einfach auf Bus und Bahn umsteigen. Wer mit der Bahn fahren möchte, wird in Deutschland wahrscheinlich selten pünktlich am Ziel ankommen. Wer jeden Euro zweimal umdrehen muss, muss sich wahrscheinlich gegen Bio-Lebensmittel oder fair produzierte Kleidung entscheiden, obwohl er sie gerne kaufen würde. Und wer einen Elektro-Mietwagen testen möchte, stellt möglicherweise fest, dass das Angebot sehr klein oder gar nicht vorhanden ist.
All das sind keine Ausreden. Es sind Rahmenbedingungen, die oft darüber entscheiden, wie nachhaltig unser Alltag tatsächlich sein kann. Im Übrigen fährt Co-Autorin Petra schon seit Jahren ein E-Auto, ist damit sehr zufrieden und hat bereits mehrfach darüber berichtet. Hier zum Thema E-Auto: Bilanz nach 3 Jahren. Sie hat allerdings auch ein eigenes Haus samt Wallbox und Solarpanels auf dem Dach.
#3 Der Perfektionsanspruch macht vieles kaputt
Was mich am öffentlichen Diskurs über Nachhaltigkeit ebenfalls sehr beschäftigt, ist der enorme Perfektionsanspruch. Sobald man erzählt, dass man weniger fliegt, kommt sofort der Einwand, dass Autofahren ja auch nicht klimafreundlich sei. Wenn man auf Ökostrom umstellt, hört man, dass der Verzicht auf Fernreisen der größte Hebel wäre. Und wenn man mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, muss man sich irgendwann dafür rechtfertigen, dass man trotzdem noch einmal im Jahr in den Urlaub fliegt. Dieses Phänomen hat es mir in den letzten Jahren oft schwer gemacht und gezeigt: Man kann es eigentlich gar nicht richtig machen. Irgendwer meckert immer, dass man nicht genug tut.
Gleichzeitig wird das Verhalten der Menschen, die sich null für das Thema Nachhaltigkeit interessieren oder einsetzen, kommentarlos hingenommen oder sogar beklatscht. Und ich glaube, genau das hält viele Menschen davon ab, überhaupt anzufangen. Wenn das Ziel unerreichbar erscheint, warum sollte man sich dann noch bemühen?
#3.1 Veränderungen beginnen im Kleinen!
Dabei funktioniert Veränderung doch eigentlich ganz anders. Niemand erwartet von einem Menschen, der endlich Sport treiben möchte, dass er morgen einen Marathon läuft. Und von jemandem, der seine Ernährung umstellen möchte, verlangt niemand, von heute auf morgen vollkommen zuckerfrei zu leben. Warum erwarten wir also ausgerechnet beim Klimaschutz, dass Veränderungen sofort und vollständig erfolgen müssen?
Meiner Erfahrung nach beginnen Veränderungen in allen Lebensbereichen meist klein und nehmen dann mit der Zeit immer mehr zu. Nachhaltigkeit ist kein Wettbewerb. Wer in der Stadt lebt, kann vielleicht problemlos auf ein Auto verzichten und nur den ÖPNV nutzen. Wenn der Bus jedoch nur einmal pro Stunde kommt, ist man auf ein Auto angewiesen. Es geht nicht darum, wer den kleinsten CO₂-Fußabdruck hat oder am konsequentesten verzichtet. Vielmehr geht es darum, in den Bereichen, die wir tatsächlich beeinflussen können, bessere Entscheidungen zu treffen als gestern.
#4 Warum Klimaschutz wichtiger ist denn je
Ich schreibe seit vielen Jahren über die schönsten Orte dieser Welt. Gerade deshalb besorgt es mich sehr, wie stark sich das Klima und viele Regionen bereits verändert haben. Aktuelle Hitzewellen mit Temperaturen von über 40 °C, ausgetrocknete Flüsse, Waldbrände und immer häufigere Extremwetterereignisse zeigen, dass der Klimawandel längst keine ferne Zukunftsprognose mehr ist. Besonders Deutschland und ganz Europa erleben diese Veränderungen inzwischen immer deutlicher.
Für mich bedeutet Klimaschutz deshalb nicht Verzicht, sondern Verantwortung gegenüber den Orten, die wir lieben, unserer Heimat und auch unserer eigenen mentalen und körperlichen Gesundheit. Und ich wünsche mir natürlich, dass auch meine Kinder und alle kommenden Generationen durch blühende Landschaften wandern, in klaren Seen baden und die Vielfalt unserer Erde mit derselben Begeisterung erleben können wie wir heute.

#5 Ist der CO2-Fußabdruck als Konzept seriös?
Der Begriff des persönlichen CO2-Fußabdrucks beruht auf wissenschaftlich nachvollziehbaren Berechnungen. Es lässt sich relativ gut abschätzen, welche Emissionen beispielsweise durch Flüge, Autofahrten, Heizen oder die Ernährung entstehen. Insofern ist der Fußabdruck keine Erfindung. Allerdings wurde das Konzept Anfang der 2000er Jahre durch eine Werbekampagne von BP sehr bekannt gemacht.
BP ließ sogar einen CO₂-Rechner entwickeln und stellte die Frage: „What’s your carbon footprint?” Die Botschaft war subtil: Anstatt über die Verantwortung der Ölindustrie zu sprechen, sollten Menschen vor allem über ihren eigenen Lebensstil nachdenken. Diese Strategie gilt heute vielen Kommunikationsforschern als klassisches Beispiel dafür, wie Unternehmen den Fokus von strukturellen Problemen auf individuelles Verhalten verschieben.
#5.1 Heißt das, dass individuelles Handeln nichts bringt?
Nein. Individuelles Handeln ist auf jeden Fall wichtig und sinnvoll, der persönliche Einfluss wird jedoch oft überschätzt. Wenn jedoch Millionen von Menschen weniger Fleisch essen, seltener fliegen oder ihre Häuser besser dämmen, sinken die Emissionen definitiv. Gleichzeitig entsteht eine Nachfrage nach klimafreundlichen Produkten, wodurch Unternehmen reagieren. Viele Entwicklungen, etwa günstigere Solaranlagen, Wärmepumpen oder das wachsende Angebot pflanzlicher Lebensmittel, wurden durch die veränderten Konsumgewohnheiten vieler Menschen beschleunigt.
Allerdings stoßen einzelne Personen schnell an ihre Grenzen,
- wenn der Strommix überwiegend fossil ist.
- wenn man ländlich lebt und man auf das Auto angewiesen ist.
- wenn Geschäftsreisen von Arbeitgebern bestimmt werden.
- wenn die Infrastruktur nicht durch die Politik verändert wird.
Die größten Hebel liegen also häufig auf einer anderen Ebene: Stromerzeugung, Industrie, Verkehrsinfrastruktur, Gebäude und politische Rahmenbedingungen. Das heißt, individuelles Verhalten ist sinnvoll, weil es Emissionen reduziert und gesellschaftliche Veränderungen anstößt. Um die Klimaziele zu erreichen, reicht es aber nicht aus. Dafür sind politische Entscheidungen, technologische Innovationen sowie Veränderungen in Wirtschaft und Infrastruktur notwendig. Und das so schnell wie möglich.
Vereinfacht gesagt:
Der persönliche CO₂-Fußabdruck ist für den Klimaschutz so wichtig wie das Zähneputzen für die Zahngesundheit. Wenn das Trinkwasser jedoch voller Zucker wäre und es keine Zahnärzte gäbe, würde Zähneputzen allein das Problem nicht lösen.

#6 Einfache Tipps für mehr Klimaschutz im Alltag
Viele Menschen fühlen sich also machtlos, weil sie die Herausforderungen als riesig und ihren eigenen Beitrag als verschwindend klein empfinden. Hinzu kommt, dass manche nachhaltigen Entscheidungen definitiv immer noch der kostenintensivere Weg sind. Fahrkarten für die Bahn sind beispielsweise oft teurer als Flugtickets. Das gilt auch für Bio- oder unverpackte Lebensmittel. Und auch die Anschaffungskosten für ein Elektroauto sind wesentlich höher als für einen Benziner.
Viele Menschen verbinden Nachhaltigkeit daher mit Verzicht oder höheren Kosten. Doch genau dieses Gefühl ist der Grund, warum wir oft gar nichts verändern. Dabei gibt es einige Entscheidungen im Alltag, die erstaunlich einfach und sogar kostensparend sind und trotzdem einen echten Unterschied machen. Ganz ohne den Anspruch, perfekt leben zu müssen. Was aus meiner Sicht ohnehin kaum möglich ist.
#6.1 Wechsel zu einem Ökostromanbieter
Für mich steht an erster Stelle der Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter. Es gibt kaum eine unkompliziertere Maßnahme, die gleichzeitig dauerhafte Wirkung zeigt. Der Wechsel dauert oft nur wenige Minuten, in der Regel übernimmt der neue Anbieter sogar die Kündigung des bisherigen Vertrags und zu Hause ändert sich nichts, außer der Herkunft des Stroms. Genau solche Entscheidungen gefallen mir: Einmal treffen und anschließend jeden Tag automatisch etwas klimafreundlicher leben.
Ist Ökostrom teurer?
Viele Menschen vermuten, dass Ökostrom deutlich teurer ist als herkömmlicher Strom. Tatsächlich hat sich der Preisunterschied in den vergangenen Jahren jedoch stark verringert. Je nach Wohnort und Tarif kostet echter Ökostrom heute oft ähnlich viel wie konventioneller Strom oder nur ein paar Euro mehr.
Wer sich für einen Anbieter wie Polarstern Energie entscheidet, investiert damit nicht nur in die eigene Stromversorgung, sondern unterstützt gleichzeitig die Energiewende und den Ausbau erneuerbarer Energien. Darüber hinaus investiert Polarstern in den Ausbau neuer Wind- und Solaranlagen und trägt so dazu bei, die Energiewende aktiv voranzubringen. Polarstern sitzt im Übrigen in München, den grünen Strom könnt ihr jedoch landesweit in vielen Städten beziehen.
Über Polarstern:
Polarstern Energie ist ein unabhängiger Ökoenergieversorger, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Energiewende aktiv voranzubringen. Das Unternehmen liefert ausschließlich 100 % Ökostrom aus Deutschland sowie Ökogas ebenfalls aus 100 % erneuerbaren Energien. Gleichzeitig investiert Polarstern für jede verkaufte Kilowattstunde in den Ausbau erneuerbarer Energien; zertifiziert von TÜV Nord und dem Grüner Strom-Label. Darüber hinaus engagiert sich Polarstern in internationalen Energieprojekten und unterstützt den Zugang zu sauberer Energie in Regionen, in denen dies bislang nicht selbstverständlich ist.
Besonders sympathisch finde ich den konsequenten Nachhaltigkeitsgedanken: Bei Polarstern stehen Klimaschutz, soziale Verantwortung und eine transparente Unternehmensphilosophie im Mittelpunkt. Für dieses nachhaltige Engagement wurden sie auch von der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) und von B Corp (Benefit Corporation) zertifiziert. Werte, die auch gut zu meinem Verständnis von bewusstem Reisen und nachhaltigem Leben passen. Daher arbeite ich auch seit 2019 immer wieder gerne mit Polarstern zusammen.
#6.2 Energieverbrauch senken
Ähnlich unkompliziert ist es, den eigenen Energieverbrauch bewusster zu gestalten. Schon ein Grad weniger Raumtemperatur spart überraschend viel Heizenergie. Wer statt dauerhaft gekippter Fenster lieber mehrmals täglich stoßlüftet, LED-Leuchtmittel verwendet, seine Wäsche bei 30 °C wäscht oder Geräte nicht ständig im Stand-by-Modus laufen lässt, reduziert seinen Energieverbrauch fast nebenbei. Das schont nicht nur das Klima, sondern macht sich in der Regel auch auf der nächsten Strom- oder Heizkostenabrechnung bemerkbar.
#6.3 Ernährung umstellen
Auch auf dem Teller lassen sich Emissionen einsparen, und das ohne großen Aufwand. Es ist nicht notwendig, von heute auf morgen Vegetarier oder Veganer zu werden. Ich war übrigens jahrelang Vegetarierin, esse nun jedoch aus gesundheitlichen Gründen hin und wieder Biofleisch. Wenn Fleisch nur noch gelegentlich auf dem Speiseplan steht und stattdessen häufiger Gemüse, Hülsenfrüchte oder regionale Lebensmittel auf den Tisch kommen, ist das bereits ein sinnvoller Schritt. Oft entstehen daraus ganz nebenbei neue Lieblingsrezepte, und gesünder ist es auch ;).
Ein weiterer Punkt, der häufig unterschätzt wird, ist die Lebensmittelverschwendung. Jeder Joghurt, jede Scheibe Brot oder jede Paprika, die im Müll landet, hat bereits Ressourcen verbraucht. Vom Wasser über Energie bis hin zum Transport. Wer bewusster einkauft, Mahlzeiten besser plant, Leitungswasser trinkt und Reste kreativ verwertet, spart deshalb gleich doppelt: Emissionen und Geld. Ich erstelle deshalb wöchentliche Essenspläne und kaufe entsprechend ein.
#6.4 Reparieren statt neu kaufen
In unserer Wegwerfgesellschaft landet vieles viel zu schnell im Müll. Dabei lassen sich viele Dinge mit wenig Aufwand reparieren. Vom Fahrrad über den Toaster bis hin zur Lieblingsjeans. Das spart nicht nur Geld, sondern verlängert auch die Lebensdauer von Produkten und schont wertvolle Ressourcen. Nicht ohne Grund erlebt das Reparieren derzeit eine kleine Renaissance. Repair-Cafés, Nähwerkstätten und zahlreiche Online-Anleitungen machen es heute leichter denn je, kaputten Dingen eine zweite Chance zu geben.
#6.5 Second Hand kaufen
Gebraucht zu kaufen ist schon lange kein Zeichen von Verzicht mehr, sondern eine bewusste Entscheidung. In Dänemark gehört es selbst bei reichen Menschen zum guten Ton, auf dem Loppemarked (Loppis) einzukaufen. Ob Kleidung, Möbel, Bücher oder Kindersachen, viele Produkte sind gebraucht kaum von Neuware zu unterscheiden und kosten oft nur einen Bruchteil des ursprünglichen Preises. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont, weil nichts neu produziert werden muss. Ich stöbere selbst immer wieder gerne auf Flohmärkten oder auf Vinted. Dort findet man oft echte Schätze und spart ganz nebenbei eine Menge Geld.
#6.6 Reisen neu denken
Und natürlich spielt auch das Reisen eine große Rolle, wenn man nachhaltiger leben möchte. Gerade in diesem Bereich habe ich in den vergangenen Jahren selbst viel ausprobiert. Nicht jede Reise muss mit dem Flugzeug stattfinden. Viele wunderschöne Ziele in Europa lassen sich bequem mit der Bahn oder dem Auto erreichen. Oft entdeckt man auf diesen Reisen mehr und taucht intensiver in eine Region ein. Fernreisen müssen deshalb nicht grundsätzlich tabu sein. Sie dürfen aber gerne wieder etwas Besonderes werden. Ein Wochenende in den Bergen, an der Nordsee oder in einer spannenden europäischen Stadt schafft ebenso wertvolle Erinnerungen.
Gerade beim Reisen gibt es oft gute Gründe für unterschiedliche Entscheidungen. Manchmal ist die Bahn die beste Wahl. Manchmal spart ein Direktflug sogar Emissionen im Vergleich zu mehrmals Umsteigen. Familien reisen anders als Alleinreisende und Menschen auf dem Land anders als Großstädter. Nachhaltigkeit bedeutet also nicht, dass alle die gleiche Lösung wählen. Es geht vielmehr darum, bewusst, überlegt und achtsam zu entscheiden.
PIN IT AND SAVE IT FOR LATER!

#7 Mein Fazit: Bewusst statt perfekt
Keine der oben genannten Entscheidungen wird den Klimawandel allein aufhalten können. Doch darum geht es in diesem Artikel auch gar nicht. Es geht darum, die Möglichkeiten zu nutzen, die sich ohne großen Aufwand in unseren Alltag integrieren lassen. Niemand muss perfekt sein. Wenn jedoch Millionen von Menschen viele kleine, kluge Entscheidungen treffen, hat das eine Wirkung, die weit über den eigenen CO₂-Fußabdruck hinausgeht. Und genau das sollte uns Mut machen.
Jeder von uns inspiriert sein Umfeld auf die eine oder andere Weise. Manche im Freundeskreis, andere im Beruf oder im Verein. Wer seine Erfahrungen teilt und zeigt, dass klimafreundlichere Alternativen oft mit neuen Erlebnissen verbunden sind und nicht mit Verzicht, kann weit mehr bewirken als durch den eigenen CO₂-Fußabdruck allein. Wenn viele Menschen kleine Veränderungen in ihrem Leben umsetzen und ihre Erfahrungen weitergeben, entsteht daraus etwas Größeres. Nicht, weil der persönliche CO₂-Fußabdruck allein die Welt rettet, sondern weil Veränderungen ansteckend sein können.
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