Reise durch die englischen Cotswolds

5 zauberhafte Orte in der Grafschaft Wiltshire

by nadine

Seit Jahren wollte ich mal durch England reisen, aber irgendwie kam immer was dazwischen. Ob Corona, der Brexit oder andere spannende Ziele ;). Ich war zwar mehrfach in London, in Brighton oder auch Newcastle, aber nie außerhalb der großen Städte. Insbesondere die englischen Cotswolds, mit ihren herausgeputzten Dörfchen und der lieblichen Landschaft, hatten es mir angetan. Diesen Sommer hat es nun endlich geklappt. Wir waren insgesamt 3 Wochen mit unserem eigenen Auto unterwegs und unsere Reise führte uns in die Cotswolds, nach Südwales und London.

Da wir auch einfach mal Urlaub machen und nicht immer nur von A nach B hetzen wollten, haben wir uns relativ viel Zeit genommen. Dadurch haben wir zwar nicht alles gesehen, fühlten uns am Ende aber genauso entspannt wie die Briten und Waliser. Im heutigen Beitrag nehme ich euch also mit auf unsere Reise durch die Cotswolds, die uns auf dem Weg nach Wales durch das County Wiltshire führte.

Reise durch die englischen Cotswolds:

5 zauberhafte Orte in der Grafschaft Wiltshire

Über die Cotswolds:

Die Cotswolds liegen in Südwestengland, umfassen ein Gebiet von über 2000 km² und werden gerne als das Herz von England bezeichnet. Die Region ist recht groß und wurde daher in 6 Grafschaften aufgeteilt. Dazu gehören die Counties Wiltshire, Gloucestershire, Oxfordshire, North Somerset, Warwickshire und Worcestershire. Mit ihrer hügeligen, landwirtschaftlich geprägten Landschaft erinnern die Cotswolds z. T. an das Auenland der Hobbits. Da der Südwesten von England zudem bereits in der Bronze- und Eisenzeit besiedelt war, findet man hier fast überall kleine und größere Steinkreise und Megalithen Felder. Das bekannteste Highlight ist wohl Stonehenge (haben wir btw verpasst).

Zudem liegen in den Cotswolds unzählige superpittoreske Dörfchen und Städte, die z.T. 1000 Jahre alt sind. Die Stadt Bath entstand sogar bereits 43 n. Chr. durch die Römer. Es ist also kein Wunder, dass die Cotswolds zur Area of Outstanding Natural Beauty gehören. Sie in ein paar Tagen abzugrasen wäre also eine Schande. Nehmt euch daher am besten etwas mehr Zeit. Wir haben uns auf der Anreise nach Wales, das County Wiltshire und auf der Rückreise das County Gloucestershire angeschaut. Dennoch haben wir vieles verpasst. Wir müssen also wohl oder übel zurückkommen ;).

Gut zu wissen: In den Cotswolds wurden viele berühmte Filmszene gedreht. Ob Harry Potter, Downtown Abbey oder Jane Austens „Stolz und Vorurteil“. Ich hatte mich bereits nach dem Film „Liebe braucht keine Ferien“ von 2006 in die Cotswolds verliebt ;).

PIN IT AND SAVE IT FOR LATER!

Special-Tipp: Die National Trust Membership

Bevor ich euch ein paar Highlights der Cotswolds vorstelle, erstmal ein Special-Tipp. Wenn ihr länger durch England reisen solltet, lohnt es sich unbedingt Mitglied beim National Trust zu werden. Wir haben mehrfach darüber nachgedacht einzutreten, es dann aber sein lassen, da wir nach Wales weitergereist sind. Dort gibt es nämlich nicht so viele National Trust-Attraktionen. Uns wurde dann aber doch relativ schnell klar, dass wir besser Mitglied geworden wären.

Die Familien Membership kostet für ein Jahr zwar 146,40 Pfund und so lange werdet ihr sicher nicht im Land sein. Ihr könnt mit der Membership jedoch an die 500 National Trust Attraktionen quer durch England kostenfrei besichtigen. Zudem kann man auf den National Trust Car Parks kostenfrei parken. Da die Einzeleintritte sowie Parkgebühren recht hoch sind, hat man den Preis also recht schnell raus.

#1 Lacock und die Harry Potter-Abbey

Homebase für unseren Aufenthalt im County Wiltshire war das malerische Dörfchen Lacock. Wir haben am Ortsrand in diesem Häuschen mit Pool* gewohnt. Da das Wetter super war, war der Pool dann auch der absolute Hit. Zudem konnte man von dort aus gemütlich nach Lacock spazieren und wir ersparten uns lästige Parkplatzsuche. Ich fand das kleine Haus allerdings etwas schmuddelig, daher kann ich es nur eingeschränkt empfehlen.

Der mittelalterliche Ortskern von Lacock ist wunderschön und komplett denkmalgeschützt. Ganze 86 der insgesamt 116 Gebäude gehören dem National Trust. Bei einem Spaziergang durch das Dorf fühlt man sich daher wahrlich in einen Jane Austen Roman gebeamt. Zudem befindet sich hier das ehemalige Nonnenkloster Lacock Abbey aus dem frühen 13. Jahrhundert. Ihre wunderschönen Kreuzgänge waren bereits in zahlreichen Filmen zu sehen. Hier wurden u.a. Szenen für mehrere Harry Potter-Filme, aber auch Robin Hood gedreht. Wir haben sie leider nicht besichtigt, da uns der Eintritt zu teuer war. Er ist aber mit einem National Trust Membership frei.

Persönlicher Tipp: Das alte Lacock Post Office auf der High Street ist zugleich Shop & Deli von Lacock. Hier werden köstliche lokale Spezialitäten verkauft. Highlight sind die Brownies und Blondies. Absolut himmlisch!

#2 Avebury und das steinzeitliche Henge

Da Stonehenge für uns etwas ab vom Schuss lag, haben wir uns alternativ den ca. 2500 Jahre alten Steinkreis von Avebury angeschaut. Der ist vielleicht nicht ganz so imposant wie Stonehenge, gehört aber dennoch zu den größten neolithischen Steinkreisen der britischen Inseln. Die Sandsteine liegen innerhalb eines großen Walls am Rande des hübschen Dörfchens Avebury. Der Eintritt ist kostenfrei. Man kann einfach über die Schafweiden entlang der Megalithen laufen.

Rund um Avebury liegen noch weitere steinzeitliche Überreste, wie z. B. Silbury Hill. Mit einer Höhe von 39,3 Metern ist er der höchste prähistorische, von Menschenhand geschaffene Hügel Europas und einer der größten der Welt. Er entstand ca. 2400 v. Chr. und ist ähnlich hoch und groß wie die ägyptischen Pyramiden. Sein Zweck und seine Bedeutung sind jedoch bis heute unbekannt.

Gut zu wissen: Mit der National Trust Membership könnt Ihr kostenfrei parken und euch auch noch Avebury Manor, ein Herrenhaus mit Gärten aus dem frühen 16. Jahrhundert, anschauen.

#3 Die Schleusentreppe Caen Hill Locks

Die Caen Hill Locks sind eine Schleusentreppe, die aus insgesamt 29 Schleusen besteht. Diese zieht sich in einer Linie am Kennet und Avon Canal entlang. Sie sind kein absolutes Must-See, aber interessant anzuschauen. Hier kann man einen netten Spaziergang machen und dabei zusehen, wie die auf- und abfahrende Boote durch die Schleusen fahren.

Extra Tipp: Im Übrigen werdet Ihr im County Wiltshire auch immer wieder auf die weißen Pferde stoßen. Das sind gigantische Hügelfiguren aus weißem Kalk, die in der Regel schon von Weitem zu sehen sind. Zwischen Avebury und den Caen Hill Locks werdet ihr auf einige dieser Scharrbilder stoßen. Nah dran fahren lohnt sich allerdings nicht. Man erkennt die Kunstwerke tatsächlich nur aus der Ferne ;). Bei family4travel erfahrt ihr btw mehr über die Entsteheung der weißen Pferde von Südengland.

#4 Das wohl schönste Dorf Englands: Castle Combe

Mein persönliches, wenn auch sehr touristisches, Highlight war das Dörfchen Castle Combe. Der Ort hat nur 350 Einwohner und ist absolut bezaubernd. Das haben allerdings bereits unzählige Touristen aus aller Welt entdeckt. Den klassischen Insta-Tourismus kann man besonders gut an der kleinen, pittoresken Brücke am Ortsrand beobachten. Wobei ich es mir auch nicht nehmen lassen konnte, ein Foto zu machen.

Auch in Castle Combe wurden bereits zahlreiche Filmszenen gedreht. Wen wundert´s. Genau so stellt man sich England vor und Castle Combe ist wahrscheinlich eines der schönsten mittelalterlichen Dörfer des Landes. Ich hätte mich am liebsten direkt den ganzen Sommer in eines der Cottages einquartiert. Auch wenn es ansonsten nicht viel gibt. Eine Kirche, ein paar Pubs – das war´s. Wenn die Busladungen Touristen wieder abreisen, kehrt hier sicher eine totale Stille und Idylle ein.

Gut zu wissen: Man kann nicht mit dem Auto in den Ortskern hineinfahren. Es gibt jedoch einen sehr großen, gebührenpflichtigen Parkplatz außerhalb des Ortes. Kommt am besten am Abend, dann sind die meisten Tagestouristen schon wieder abgereist.

#5 Die römische Thermalstadt Bath

Die hübsche Stadt Bath ist ebenfalls ein Must-See, wenn man im Südwesten Englands unterwegs ist. Sie liegt am südlichen Ende der Cotswolds und ist eingebettet in eine liebliche Hügellandschaft. Kein Wunder, dass Jane Austen sich in Bath niederließ. Aufgrund ihrer natürlichen, heißen Thermalquellen siedelten sich hier aber auch schon 43 n. Chr. die Römer an und hinterließen der Stadt ein einzigartiges Erbe. Bath ist bis heute der einzige Thermal-Kurort Englands. Alle touristischen Sehenswürdigkeiten liegen zentral und daher kann man Bath sehr entspannt an einem Tag entdecken. Wer allerdings noch einen Wellness-Tag im Thermae Bath Spa einlegen möchte, bleibt besser länger.

Direkt neben der mächtigen Bath Abbey befinden sich die historischen Thermalquellen, in denen schon die Römer geplanscht haben. Ein Stück weiter führt die beidseitig bebaute, hübsche Pulteney Bridge (die ein wenig an die Ponte Vecchio in Florenz erinnert) über den Avon River. Und auch die Innenstadt, mit ihren sandsteinfarbenen, georgianischen Fassaden, hippen Shops und coolen Cafés und Restaurants ist unbedingt einen Bummel wert.

Persönlicher Tipp: Vom Bath Lookout im Alexandra Park habt ihr einen tollen Blick über die ganze Stadt. Aber Achtung, es geht steil bergauf.

Gut zu wissen: Das römische Thermalbad kann man natürlich besichtigen, ich empfehle allerdings unbedingt, sich vorher Tickets zu besorgen. Uns hat die endlose Schlange abgeschreckt, daher haben wir sie leider nicht von innen gesehen. Ich habe zur Therme allerdings auch sehr zwiegespaltene Rückmeldungen erhalten. Die einen fanden sie toll, die anderen total überbewertet.

Die englischen Cotswolds und ich….. das war definitiv love at first sight. Ich stehe total auf den britischen Lifestyle und Humor, Höflichkeit und Teatime, altehrwürdige Castles und Harry Potter-mäßige Dörfchen. Beim nächsten Mal nehme ich euch dann mit nach Bristol und Südwales, in die nördlichen Cotswolds und nach London. Kommt ihr mit?

Hier findet Ihr weitere Reiseinspirationen für Großbritannien:

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6 comments

Liane Schiwy 16. Oktober 2023 - 14:00

Liebe Nadine,

das sieht ja alles sehr idyllisch aus. Jetzt habe ich ein neues Reiseziel für meine Bucket List. Danke dir.

Liebe Grüße
DieReiseEule Liane

Reply
Meike 16. Oktober 2023 - 16:31

Wie schön! Ich musste tatsächlich auch erstmal schauen, wo die Cotswolds liegen, noch nie gehört! Schon alleine wegen der tollen Bilder hätte ich Lust auf diese Region. So typisch englisch einfach. 🙂 Danke fürs Mitnehmen liebe Nadine. Liebe Grüße

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Elke 16. Oktober 2023 - 19:50

Liebe Nadine,
ich bin großer Englandfan. Das wunderhübsche Bath kenne ich, aber in die Dörfer der Cotswolds habe ich es bisher noch nicht geschafft. Darum habe ich deinen Artikel gleich abgespeichert und kann ihn hoffentlich bald wieder hervorkramen.
Liebe Grüße
Elke

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Dagmar 16. Oktober 2023 - 21:47

Liebe Nadine, Der Südwesten von England steht schon eine ganze Zeit auf meiner Löffelliste für einen Roadtrip. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. lg Dagmar

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Barbara 29. Oktober 2023 - 8:40

Danke für deinen ausführlichen Bericht über Cotswolds. Da wurden viele Erinnerungen wach. Ich war Anfang der 90er Jahre ein paar Monate als Au Pair dort und hatte die Möglichkeit mir einiges anzuschauen. Vor ein paar Jahren war ich dann noch mal mit meiner Familie dort, um ihnen die Gegend zu zeigen. Das schöne ist, die Zeit scheint dort still zu stehen, die Dörfer und Häuser sind noch genauso urig wie damals.

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nadine 29. Oktober 2023 - 20:25

Ohne je vorher in den Cotswolds gewesen zu sein….. ich hatte den Eindruck, dort ist ein wenig die Zeit stehen geblieben. Wobei es natürlich auch Orte gab, an denen sich tagsüber die Busladungen an Touristen häuften. Es hielt sich aber wirklich noch in Grenzen. LG, Nadine

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