Urlaub mit Freunden – ja oder nein?

Tipps für eine harmonische Reise mit den Besties

by nadine

[Ein Beitrag von Co-Autorin Petra.]

Es gibt da dieses grandiose Landhaus in der Toskana: Alte Steinmauern. Pool mit Ausblick. Wunderschöne Terrasse. Riesige Küche. Ein weitläufiges Grundstück voller Olivenbäume. Ein wahr gewordener Urlaubstraum. Wenn nur die Kosten nicht wären. Denn so viel Platz und Ausstattung kosten natürlich was. Noch dazu ist das alles viel zu groß für uns alleine. Und irgendwie auch langweilig, wenn man es nicht mit lieben Menschen gemeinsam erleben kann. Die Lösung würde also lauten: Mit Freunden dorthin fahren. Sich die Kosten teilen. Und den Spaß maximieren. Gemeinsam kochen, spielen, Ausflüge machen. Platz wäre genug für mindestens 10 Personen. Warum also nicht?

Bei der Frage, ob man mit Freunden verreisen sollte, scheiden sich die Geister. Manche schwören drauf. Andere lehnen sofort ab. Beides hat seine Gründe. Wir sind ziemlich erfahren, was Urlaub mit Freunden angeht – wir waren gemeinsam mit unterschiedlichen Leuten aus dem Freundeskreis schon in Südfrankreich, in der Toskana und auf Sizilien. Wir waren beim gemeinsamen Skifahren. Beim Badeurlaub. Beim Städtetrip. Im Ferienhaus und auf dem Campingplatz. Und was soll ich sagen: Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Die unserer Erfahrung nach wichtigsten habe ich euch hier zusammengestellt. Und ein paar gute Tipps, damit der Urlaub mit den Freunden keinReinfall wird, hätte ich auch noch. Denn wir wollen ja danach auch noch gut befreundet sein ;).

Urlaub mit Freunden – ja oder nein?

PRO: Was den Urlaub mit Freunden so toll macht

Kostenfaktor: Ein sehr wichtiger Punkt. Geteilt sind die Kosten für die tolle Finca auf Mallorca, den coolen Leuchtturm auf der kroatischen Insel oder das schicke Strandhaus in Dänemark einfach besser zu stemmen als alleine.

Entdeckerfaktor: Einen unserer schönsten Urlaube hätten wir nie erlebt, wenn nicht die guten Freunde vorschlagen hätten, nach Sizilien zu reisen. Hatten wir bis dahin gar nicht auf dem Schirm und waren erst einmal skeptisch. Dann war das aber so ziemlich der allercoolste Trip ever – und wir sofort in die Insel verliebt. Was für eine gute Idee war das von denen, uns da hinzulotsen! Also offen sein für Neues und raus aus der Komfortzone – geht in der Gruppe manchmal auch besser.

Achtsamkeitsfaktor: Zeit ist kostbar, das wissen wir. Und allzu oft gönnen wir uns nicht genug Zeit mit lieben Freunden, obwohl sie bitter nötig wäre. Da sind 1 oder 2 Wochen gemeinsam verbrachte Zeit einfach eine wunderbare Gelegenheit, um all das nachzuholen, was im Alltag zu kurz kommt. In Ruhe über dies und das quatschen. Gemeinsam etwas erleben. Das können perfekte Momente werden, die noch ganz lange nachhallen.

Harmoniefaktor: Wer kennt’s: Alle haben sich total auf den Urlaub gefreut und dann gibt es ständig Streit. Die Kinder haben sich in den Haaren, die Eltern diskutieren auch über jeden Mist. Am Ende sind alle gestresst statt erholt. Wenn Freunde dabei sind, kann das
die Lage durchaus entzerren. Man sitzt nicht ganz so eng aufeinander, kann sich besser zurückziehen und bei emotionalen Ausbrüchen halten wir uns eher zurück, wenn noch andere Menschen dabei sind. Allerdings besteht natürlich die Gefahr, dass sich das ganzeins Gegenteil verkehrt und man sich am Ende auch noch mit den Freunden zerstreitet (siehe unten in der Contra-Liste).

Spielfaktor: Gemeinsam ist es oftmals lustiger. Die Kinder spielen zusammen (sofern sie zueinander passen, siehe ebenfalls Contra-Liste), die Erwachsenen sitzen bis spät in die Nacht auf der Terrasse und trinken Wein. Zusammen Einkaufen und Kochen kann ein großer Spaß sein.

Spaßfaktor: Eng verknüpft mit dem Spielfaktor und mit ein Grund, warum das mit dem Harmoniefaktor besser klappen kann. Zu mehreren ist einfach immer was los. Es gibt verschiedene Perspektiven, man tut Dinge, die man solo als Familie gar nicht in Erwägung gezogen hat. Bildet neue Personen-Konstellationen. All das kann entspannend sein. Oder aber zu Stress führen, daher Vorsicht vor den Erwartungen.

Copyright: Petra Warth

CONTRA: Warum Urlaub mit Freunden ein Reinfall werden kann

Denn genauso wie es gute Gründe FÜR den Urlaub mit Freunden gibt, existieren auch gewichtige Punkte, die DAGEGEN sprechen. Hier unsere Tops, teilweise auch schon selbst erlebt.

Falsche Zusammenstellung: Diese wichtige Frage solltet ihr dringend überdenken, bevor ihr die Leute kontaktiert, mit denen ihr gerne unterwegs sein würdet. Passen die Kinder überhaupt zusammen? Könnte es Ärger geben, weil eins davon dann das fünfte Rad am Wagen ist etc. Auch bei den Erwachsenen kann es passieren, dass man beispielsweise mit dem besten Freund natürlich super auskommt, aber mit dessen Partnerin eher nicht.

Also lieber nicht vorschnell und aus einer spontanen Situation heraus eine Einladung aussprechen („Hey wir haben da ein Haus gemietet, wollt ihr nicht mitkommen?“) – sondern nach Plan vorgehen.

Unliebsame Überraschungen: Was uns schon passiert ist: Wir hatten mit einer befreundeten Familie einen gemeinsamen Camping-Urlaub mit dem Van vereinbart. Und wenige Tage vor der Abfahrt haben wir erfahren, dass sie noch eine weitere Familie „eingeladen“ hatten. So nach dem Motto: Hey, wir werden da und dort sein, kommt doch auch vorbei. Die waren schon nett, aber es passte leider überhaupt nicht. Zumal wir uns auf viel gemeinsame Zeit mit den Freunden gefreut hatten und jetzt halt immer noch andere Leute dabei
waren, die wir vorher überhaupt nicht kannten.

Falsche Erwartungen: Vorab sollte man daher erfahrungsgemäß gut kommunizieren und ehrlich miteinander sein. Was erwarten wir von dem Urlaub? Wollen wir nur faul am Strand herumhängen oder brauchen wir Action? Nichts in blöder als das erst vor Ort rauszufinden. Man muss sicher nicht alles sekundengenau planen. Aber in etwa den Erwartungshorizont abstecken ist sicher nicht verkehrt.

Bei uns war es beispielsweise mal so, dass wir gerne ein wenig losgezogen wären ins Hinterland unseres Ferien-Domizils an der toskanischen Küste, die mitreisenden Freunde aber nur am Strand abhängen wollten. Worauf unsere Kinder dann auch keinen Bock mehr auf Ausflug hatten, weil sie lieber Sandburgen mit den anderen Kids bauen wollten. Und das obwohl wir vorab eigentlich abgesprochen hatten, dass wir ein paar gemeinsame Ausflüge machen – die anderen hatten dann nur spontan keine Lust mehr. Und ich war frustriert, weil ich so gerne mal was anderes gesehen hätte, ich aber keinen mehr begeistern konnte.

Zuviel Enge: Selbst wenn das Ferienhaus noch so weitläufig ist, irgendwann besteht dann doch die Gefahr, dass man sich im Laufe der gemeinsamen Zeit auf die Nerven geht. Deswegen ist es sicher eine gute Idee, sich auch mal aus dem Weg zu gehen. Beispielsweise, indem
man nicht immer alles gemeinsam unternimmt. Gut ist das, wenn man dann relativ flexibel ist – damals bei dem besagten Campingtrip mit der zusätzlichen Familie haben wir uns einfach mal für ein paar Tage abgeseilt und sind in eine andere Ecke der Insel (Sardinien war das) gefahren. Danach haben wir uns dann alle wieder getroffen – und waren durch die kleine Pause irgendwie entspannter als vorher.

Copyright: Petra Warth

Fazit & Tipps für eine harmonische Reise mit den Besties

Wenn ihr plant, mit euren Freunden den Urlaub zu verbringen, hier ein paar Tipps aus vielen gemeinsam mit Freunden verbrachten Reisen:

  •  Nur mit wirklich guten Freunden fahren, bei denen ihr euch sicher seid, dass ihr mit denen gerne viel Zeit verbringen wollt.
  •  Auf die Zusammenstellung achten – passen die Kinder vom Alter her? Könnte es Streit geben, weil es dann doch nicht passt?
  • Lieber nicht die komplette Zeit miteinander verbringen und noch ein paar Tage solo als Familie einplanen. Auch zwischendurch mal Ausflüge machen, bei denen jeder für sich ist. Und dafür dann den nächsten wieder gemeinsam machen.
  • Am besten schon vor der Buchung die Erwartungen abstecken – das ist auch wichtig bei der Suche nach einem passenden Domizil.
  • Kostenfaktor gut abklopfen: Welche Zusatzkosten wird es geben? Wollen wir immer essen gehen oder lieber selber kochen? Nichts ist schlimmer als Streit über die Urlaubsfinanzen. Auch vorab klären, wer die Anzahlung übernimmt und ob einer erst mal alles bezahlt und dann am Ende abgerechnet wird. Gilt auch für die Einkäufe etc.
  •  Auch wenn man selbst gefragt wird („Übrigens, wir haben da doch dieses tolle familieneigene Haus auf Ibiza, wollt ihr nicht im Sommer mal mitkommen“): Lieber erst einmal drüber schlafen und nicht direkt zusagen. Solch ein Angebot klingt verlockend – aber die oben genannten Punkte (Konstellation, Kosten etc) sollte man dennoch einmal im Kopf durchgehen und nicht im Überschwang der
    Euphorie direkt zusagen.
  • Der größte Vorteil eines gemeinsames Domizils: Man kann sich die richtig tolle Buden leisten. Vorteil von z.B. gemeinsamem Camping: Man ist flexibler und kann sich besser separieren.
  • Es müssen auch nicht zwangsläufig nur 2 Familien sein. Je größer die Gruppe, desto mehr Spaß und Abwechslung ist möglich – und desto größer werden die Unterkünfte. Ein Schloss für 15 Personen? Why not? Allerdings ist es nicht so einfach ab einer bestimmten Größe alles unter einen Hut zu bekommen und zu planen. Wir fahren beispielsweise jedes Jahr an Ostern nach Südtirol – und das mit 6 bis 8 Familien. Das ist eine megatolle Sause, aber muss natürlich gut geplant und organsiert werden. Und ist auch immer nur für die Ostertage. Davor und danach organisiert jeder für sich.

Copyright: Petra Warth

Für diesen Sommer haben wir übrigens ein Haus in Kroatien gebucht, in dem locker noch eine zweite Familie Platz hätte. Wir überlegen gerade noch, wer da gut passen würde. An Ostern fahren wir nach 2 Jahren Coronapause endlich wieder mit der kompletten Freundes-Crew nach Südtirol. Und danach mit sehr guten Freunden als Zweier-Familien-Pack noch einige Tage an den Gardasee – wo jeder seine eigene kleine Ferienwohnung hat. Dazwischen machen wir dann wieder nur was für uns und planen ein paar Städtereisen.

PIN ME:

Und bei euch? Seid ihr auch Team #urlaubmitfreunden? Und lieber solo als Familie unterwegs?

Über die Co-Autorin:

Petra lebt mit ihrer Familie im Umland von München und hat beruflich als PR Managerin für einen großen Reiseveranstalter jahrelang die Welt bereist. Als Mutter von drei Kids weiß sie mittlerweile die Vorzüge von Zielen vor der Haustür sehr zu schätzen. Deshalb trifft man sie auch gerne mal auf einem Berg an. Der darf in Bayern stehen, aber auch sehr gerne in den österreichischen Alpen oder in Südtirol.

Ab und zu überkommt sie dann aber doch die Sehnsucht nach Meer und Sand zwischen den Zehen – da trifft es sich gut, dass man von Oberbayern recht schnell in Italien ist. Auf ihrem Blog allesinklein.com schreibt sie über die kleinen und feinen Momente des Familienlebens. Und auch sonst ist das Schreiben ihr täglicher Begleiter – in ihrem Job als selbständige Redakteurin und Texterin.

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1 comment

Christine 24. Februar 2022 - 10:25

Ich glaube für so einen Urlaub mit Freunden muss es einfach echt gut passen. Ansonsten wird es schnell sehr stressig und anstrengend. Gerade, wenn dann vielleicht mal noch etwas nicht so läuft wie geplant (Wetter, Unterkunft etc). Aber wenn es gut passt, dann kann so ein Urlaub echt ein ganz besonderes Erlebnis werden.

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