#Staycation statt Urlaub
10 Naturerlebnisse und Mikroabenteuer mit Kindern vor der Haustür

12. Mai 2020

Schlappe 2 Monaten schlagen wir uns nun schon mit Homeoffice und Homeschooling herum und statt Osterferien und verlängerten Wochenenden war nur Staycation angesagt. Unser erster Urlaub Zuhause seit Jahren. Wir haben mehrere Tagesausflüge in die Umgebung unternommen und uns mit vielen kleinen Outdoorevents mental über Wasser gehalten. So ganz ohne Kontakte, Museen, Shops, Cafés, Restaurants, Events oder den obligatorischen Abstechern über die niederländische Grenze, war das schon sehr gewöhnungsbedürftig. Im Großen und Ganzen sind wir mit der Situation aber überraschend gut zurechtgekommen. Dem schönen Wetter sei Dank.

Die Erfahrung hat uns nun also gelehrt, dass so ein Staycation tatsächlich auch mal ganz nett sein kann. Durch die krasse Mehrfachbelastung sind wir dennoch ziemlich urlaubsreif. Denn mal ehrlich…. als Mama hat man Zuhause sowieso nie wirklich Urlaub. Mit Kindern sind wir einfach weit entfernt von Chillen und Entschleunigung, sondern eher im permanenten Krawall-und-Remmidemmi-Modus. Um also nicht durchzudrehen, sind Naturerlebnisse vor der Haustür unser Allheilmittel. Denn oft helfen schon kleine, wenig spektakuläre Aktionen in der Natur, um mal aus dem verrückten Corona-Alltag auszubrechen.

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10 Naturerlebnisse und Mikroabenteuer mit Kindern vor der Haustür

#1 Zelten im Garten

Seit Jahren schlummerte ein Igluzelt* in den Tiefen unseres Kellers und wartete auf seinen großen Einsatz. Den hatte es nun in unserem Garten und unsere Rasenfläche ist gefühlt kaum größer als ein Handtuch. Ganz so abenteuerlich wie in der Wildnis war es also nicht, aber allein der Aufbau und das gemütlich Einrichten, war für die Kinder schon ein kleines Event. Sie waren sogar so Feuer und Flamme, dass sie am Liebsten schon um 17 Uhr schlafen gegangen wären ;). Letzten Endes war es dann im April nachts doch noch zu kalt, aber wir werden das auf jeden Fall wiederholen, sobald es etwas wärmer ist.

#2 Trampolin Wettbewerb

Als sich die Corontäne anbahnte, kauften wir zum Glück noch auf die Schnelle ein Trampolin. Das versperrt uns nun zwar den halben Hof, war aber die Investition des Jahres. Ohne unser Trampolin von Salta* wären die Kinder z.T. wahrscheinlich schon durchgedreht. Gerade unser kleiner Sohn ist extrem aktiv und braucht täglich Auspowerung. In den letzten Wochen ist daraus ein richtiger Wettbewerb entstanden und er kann mittlerweile Saltos machen und Pirouetten drehen. Wer also Platz für ein Trampolin hat, dem kann ich wirklich nur zu so einer Anschaffung raten. Wir haben das Salta Trampolin im Übrigen in rechteckiger Form, weil es so besser auf unser Höfchen passte. Das ist zwar ungewöhnlich, aber wir sind total zufrieden damit.

#3 Pottsteine bemalen

Aktuell sieht man sie gefühlt überall: Pottsteine. Das sind Steine, die liebevoll mit aufmunternden Sprüchen oder witzigen Bildchen bemalt sind und in die Natur gelegt werden. Manchmal findet man ganze Pottstein-Schlangen. Mitnehmen sollte man die Steine nicht, denn sie sollen jedem Spaziergänger während dieser schwierigen Zeit ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Nachdem wir mehrere im Wald gefunden hatte, wollten meine Kinder auch unbedingt welche bemalen. Und das ist definitiv ein netter Zeitvertreib. Da das Rumpinseln mit Acrylfarbe immer so eine Schweinerei ist, habe ich für das Bemalen diese speziellen Acryl-Marker Stifte* gekauft, die ich sehr empfehlen kann. Damit kann man wirklich punktgenau arbeiten und bekommt den feinsten Strich hin.

#4 Geocaching

Geocaching ist eine GPS-gestützte, weltweite Schatzsuche, bei der jeder mitmachen kann. Die einfache Nutzung der Geocaching App ist kostenlos und man benötigt nur ein Smartphone mit GPS Empfänger. Für weitere Features muß man jedoch upgraden und zahlen. Ein Blick auf die Cache-Liste zeigt euch dann ggfs. zahlreiche Schätze in eurer direkten Umgebung an. Man kann daraus also ein tagesfüllendes Event machen oder einfach eine kleine Schatzsuche auf einem Spaziergang einlegen. Damit bekommt man die Kids garantiert an die frische Luft. In unserer unmittelbaren Nähe gibt es nur ein paar Caches, die wir auch schon alle abgegrast haben. Einen Schatz haben wir bisher nicht gefunden, denn unsere Caches waren immer nur mit einem Logbuch gefüllt. Demnächst wollen wir aber auch einfach mal unseren eigenen Cache erstellen und der wird ganz bestimmt superspannend ;).

#5 Nachtwanderung

Meine letzte Nachtwanderung habe ich wahrscheinlich das letzte Mal in meiner Kindheit gemacht. Aber im Erwachsenenalter ist es nicht minder spannend. Denn wann rennt man schon mal nachts durch einen Wald? Keine 5 Minuten von unserer Haustüre entfernt, haben wir einen großen wunderschönen Wald, der sich Bestens dafür anbietet. Allerdings laufen dort auch Wildschweine und Rehe umher. Daher Augen auf und Taschenlampe an. Die Königsdisziplin wäre dann nun noch Übernachten im Wald so wie die Drei von Ausgebüxt.  Aber ich muß zugeben, dass ich für sowas dann doch echt zu schissig bin. Würdet ihr euch trauen?

#6 Mobiles und Traumfänger aus Naturmaterialien basteln

Wenn meine Kinder eins immer aus dem Wald mitbringen, dann jede Menge Stöcke, Steine, Federn und Co. Da wir also viele Fundstücke hatten, haben wir aus diesen in einer Nachmittagsaktion ein Mobile bzw. Triangle Wreath gebastelt. Guckt ihr hier. Auf meinem Pinterest DIY Board hatte ich vorab ein paar Ideen gesammelt, wie sowas aussehen könnte. Als Nächstes werden wir dann ein paar Traumfänger basteln.

#7 Insektenhotel und Pflanzentipi bauen

Selbst in unserem Minigarten gibt es eigentlich immer etwas zu tun. Auf unserer To-Do-Liste steht das Bauen eines Insektenhotels. Dafür sammeln wir derzeit schon Bambusstäbe, Moos, Tannenzapfen, Ziegelsteine und Co. Wenn es fertig ist, kann ich es euch hier hoffentlich zeigen. Aktuell sammel ich dafür Ideen auf meinem Pinterest Board Urban Gardening. Dort findet ihr auch Tipps für das Bauen eines Pflanzentipis. Damit haben wir ebenfalls schon begonnen und es mit rankenden Pflanzen wie Gurke, Melone, Kapuzinerkresse und Kürbis bepflanzt. Aktuell sieht es allerdings noch recht nackig aus, denn die Pflänzchen sind noch mini. Wenn es unser Hof nicht zu klein wäre, würde ich ja nun glatt noch einen Hühnerstall bauen ;).

#8 Schnitzen

Auch Schnitzen steht hier immer hoch im Kurs. Dank unserer beeinruckenden Stock-Sammlung sind so auch bereits einige Zauberstäbe entstanden. Unsere Jungs benutzen dafür seit Jahren spezielle Kinderschnitzmesser von Opinel*. Die sind vorne stumpf, können nicht einklappen und sind auch auf jeder Reise im Gepäck.

#9 Wildkräuter sammeln

Die Natur explodiert gerade förmlich und es gibt jede Menge Pflanzen zu entdecken, die z.T. sogar essbar sind. Was wir bisher einfach nur für Unkraut gehalten haben, entpuppt sich plötzlich als schmackhaftes Wildkraut. Wir haben bereits Bärlauch gesammelt und zu Pesto verarbeitet und aus Holunderblüten Sirup gemacht. Aktuell suchen wir Waldmeister, sind aber leider noch nicht fündig geworden. Um die Pflanzen bestimmen zu können und nicht mit einem ungenießbaren oder gar giftigen Pendant zu verwechseln, nutzen wir ein Bestimmungsbuch.

Das wunderschön illustrierte Buch Der Wildkräutersammler* vom Knesebeck Verlag inspiriert einen dazu, sich sofort auch die Suche zu begeben. Wer braucht schon Superfood aus Übersee, wenn doch auch vor unserer eigenen Haustüre Pflanzen wachsen, die voller gesunder Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente stecken. Aus Löwenzahn kann man z.B. einen schmackhaften Salat zubereiten, aus Schafgarbe einen Tee kochen, der u.a. gegen Verdauungsprobleme hilft und Brennnesseln sind sogar so vielseitig, dass man aus ihnen eine Suppe kochen oder sie sogar als Spinatersatz essen kann.

Der Autor Christophe de Hody ist Naturheilkundler und Wildpflanzenkenner und organisiert Workshops und Kurse zu essbaren und heilenden Pflanzen. Seitdem ich letzten Herbst an der Themenwanderung „Letzte Ernte im Wald“ teilgenommen habe, finde ich diese Suche sehr spannend und entschleunigend zugleich und den Kindern macht es auch riesigen Spaß.

#10 Lagerfeuer und Stockbrot

Wenn Kinder eins lieben dann Feuerchen, Stockbrot und Marshmallows am Spieß. Sollte man jetzt nicht unbedingt im Wald machen, aber mit einer transportfähigen Feuerschale* ist das auch super im Garten oder vielleicht an einem See- oder Flußufer möglich.

Was macht ihr denn so mit euren Kindern in der Natur? Da unsere Söhne ja schon bald 9 und 13 Jahre alt sind, verändern sich natürlich auch unsere Aktivitäten. Mit einem Teenager müssen logischerweise andere Naturerlebnisse her, als mit einem Kindergartenkind.

Meine Lesestoff für Naturerlebnisse mit Kindern:

     

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5 Comments

  • Reply Marion (Unterfreundenblog) 12. Mai 2020 at 23:30

    Hi Nadine,
    supertolle Tipps! Da möchte ich direkt Kind sein bei Euch!
    Kürzlich hat mir eine Freundin erzählt, dass das bestellte Trampolin dank Corona plötzlich 8 Wochen Lieferzeit hat. Euer Timing war also perfekt.
    Ich LIEBE die Pottsteine. Die Motive sind ja toll! Seit kurzem liegt ein wunderschön bemalter Stein mit Regenbogen-Motiv vor unserer Haustür. Ich habe schon die Nachbarskinder dafür gelobt – die wiederum dachten, dass ich ihn bemalt hatte. Niemand weiß, woher er kommt. Ein kleines Corona-Kuriosum, aber schön <3
    Haltet durch und passt auf Euch auf.
    Ganz liebe Grüße,
    Marion

    • Reply nadine 15. Mai 2020 at 11:57

      Liebe Marion, finde ich ja großartig, dass Dir unsere Tipps auch gefallen, obwohl Du selber gar keine Kinder hast. Aber Zelten im Garten ist aktuell sicher auch für Erwachsene spannend. Man muß sich seine kleinen Mikroabenteuer halt selber schaffen. Und ja, über das Trampolin sind wir wirklich mehr als froh. Da hatte ich kurz vor dem LockDown noch eine innere Eingebung. Und Dein Memory passt wirklich noch super in unsere Tipps mit rein. Ich glaube, das mache ich mal mit den Jungs als Andenken an diese verrückte Zeit. Liebe Grüße, Nadine

  • Reply Patrick (von Ausgebüxt) 13. Mai 2020 at 9:47

    Hallo Nadine,
    danke für’s Erwähnen! Wir sind übrigens Spezialisten, wenn es darum geht „Schissigkeit“ beim Draußen-Schlafen zu überwinden. 💪😍 Schreib uns gerne, wenn wir dir/euch helfen können.
    Liebe Grüße
    Patrick

    • Reply nadine 15. Mai 2020 at 11:59

      Hi Patrick, sehr gerne. Und ich ziehe echt meinen Hut vor euch. Ich habe eine einzige Nacht in meinem Leben unter freiem Himmel verbracht. Das war im Outback Australiens und ich dachte, ich sterbe vor Angst wegen Spinnen, Schlangen und Co. Das hat mich wahrscheinlich etwas traumatisiert. 😉 GlG, Nadine

  • Reply Fadenvogel 15. Mai 2020 at 21:42

    Hi, danke für die zahlreichen Tipps. Das mit den Steinen machen wir schon seit längerem. Ich habe das mal bei einem Geburtstag angeboten als Mitnehmgeschenk für die Gastkinder und es ist super angekommen. Mal sehen, wann es jetzt wieder Gastkinder gibt…
    Vor allem das mit dem Geocaching finde ich spannend. Ich habe zwar schon davon gehört, aber ich habe das noch nicht so ganz begriffen, WAS genau das eigentlich ist.
    Danke.

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