Camping mit Kindern in Holland

Glamping – Die coolste Art zu zelten

Zelten! Hab ich das letzte Mal vor 14 Jahren gemacht. Im tiefsten Outback bei 40 Grad und tagelang ohne Dusche. Kann man mal machen, ist aber zugegeben nicht der Traum meiner schlaflosen Nächte. So leidenschaftlich gerne ich mit einem Van campe, so uncool finde ich zelten. Die Vorstellung mit den Kindern bei Regen und Kälte in einem Nullachtfünfzehn-Zelt auf Luftmatratzen in klammen Schlafsäcken zu pennen ist mir so gräuslich, daß ich lieber zuhause bleibe. Im Ernst.

Aber auf Glamping hatte ich schon immer total Bock. GLAMourus CamPING. Genau mein Ding. Große Safari-Zelte mit komfortablen Betten, Heizofen und Badezimmer. Den Boom des Glampings gibt es schon seit ein paar Jahren, aber bisher waren diese Unterkünfte für uns meist in unerreichbarer Ferne. Aber die Holländer haben ihre Trend-Nasen ja immer ganz weit vorn und so haben wir kürzlich ein cooles Glamping-Wochenende im schönen Gelderland verbracht.

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Der Vakantiepark De Twe Bruggen in Holland ist nur 120 km von uns entfernt und die Anreise war daher entspannt kurz. Leider schüttete es bei unserer Ankunft erstmal aus Kübeln und das Thermometer zeigte 5 Grad an. An diesem Tag wirkte sogar Glamping nicht verlockend und ich war heilfroh, daß uns die hilfsbereiten Mitarbeiter an der Rezeption netterweise erstmal ein 4 Personen Chalet mit Zentralheizung zur Verfügung stellten. Ihr dürft mich gerne Camping-Waschlappen nennen ;). Der ein oder andere hat unsere Camping-Schmach vielleicht auch schon über Snapchat (frauhibbel) verfolgt.

Die 4-6 Personen Ferienhäuser mit 2-3 Schlafräumen, Küche, Wohnzimmer und Bad sind geräumig, gemütlich und vor allen Dingen warm und trocken. Wir hofften aber natürlich auf Wetterbesserung am nächsten Tag, denn unsere Mission war ja Glamping. Aber erstmal in Ruhe den tollen Ferienpark mit seinen ganzen Features erkunden.

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Fangen wir mal mit der Rezeption an. So schick, daß man nun echt nicht sofort an einen Campingplatz denkt. Zudem total entspannte und freundliche Mitarbeiter. Ebenfalls im Foyer gibt es einen gut ausgestatteten Mini-Supermarkt mit täglich frischem Brot, Gebäck und Brötchen sowie einen Frühstücksraum mit kleinem Buffet. Alle Gäste die keine Lust haben morgens ihre Brötchen selber zu schmieren, können das Frühstück einfach dazubuchen.

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Das kinderfreundliche Restaurant DeSchoppe direkt im Ferienpark fanden wir grandios und das kommt uns in Bezug auf „Essen gehen mit Kindern“ nicht oft über die Lippen. Selten so lecker und gut gegessen. Probiert unbedingt den Lachs mit Sesam, Algensalat und Teriyaki-Sauce oder einen der gigantischen Pfannkuchen. Auch die Kindermenüs sind echt gut und man bekommt für 6 € ein schmackhaftes Essen für die Kleinen, das über olle Fertig-Chicken Nuggets und Fritten hinausgeht. Alles frisch zubereitet.

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Direkt vor der Tür ist zudem der große Wasserspielplatz mit Hüpfkissen. Kaum hatten die Jungs aufgegessen, waren sie nicht mehr gesehen und wir Großen konnten noch entspannt was Trinken. Da der Platz besonders auf Familien mit Kindern ausgerichtet ist, gibt es glücklicherweise dann auch genügend Spielkameraden und zudem ein buntes Kinderprogramm im Kids-Club. Ballonfiguren basteln, Schminkspektakel, Theatershow mir Bart & Babs, Minidisco, Fußballturnier oder Selfie-Challenge. Es ist für große und kleine Kinder sowie Teenager was dabei.

Außerdem gibt es noch ein Frei- und Hallenbad, Tennis- und Fußballplatz, Kanuverleih sowie eine Minigolfanlage. Alles eingebettet in das idyllische Gelderland. Ich bin ja immer wieder von den Socken wie sehr sich Holland landschaftlich schon kurz hinter der Grenze zu Deutschland unterscheidet.

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Und dann ließ sich am nächsten Tag zum Glück dann doch noch ein bisschen die Sonne blicken und die Temperaturen kletterten immerhin auf über 10 Grad. Also nix wie umgezogen in unser allercoolstes möbliertes Zelt und abends den allerschönsten Sonnenuntergang genießen. Hatte fast was von Out of Africa, hätten da nicht blökende Schafe vor unserer Nase gestanden.

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Unsere Kinder waren total aus dem Häuschen, als sie ihre Schlafkoje entdeckten. Die ist nämlich nur über eine Holzleiter erreichbar und hat Türen zum Aussperren von lästigen Eltern. Außerdem gibt es ein Doppelbett mit Himmel sowie ein weiteres Etagenbett. Die Zelte sind mit allen notwendigen Essentials ausgestattet und man braucht auf keinen Komfort zu verzichten. Flachbildfernseher, Gasherd, Toilette und ne heiße Dusche. Mit Camping hat das zugegebenermaßen schon fast nicht mehr viel gemein, wenn da nicht die Zeltwände wären.

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Spätestens nachts wird einem dann nämlich doch bewusst das man zeltet. Man hört das Husten und Schnarchen der Zeltnachbarn und jedes Knistern und Knacken. Zudem wurde es bei uns empfindlich kalt (6 Grad) und mal eben Pipi machen verkneift man sich da auch am Liebsten. Das Zelt hat zwar einen Heizofen, aber der schafft es bei zu krassen Außentemperaturen nicht die Räume dauerhaft warm zu halten. Aber das ist halt Camping und gehört auch ein bisschen zum Abenteuerfeeling dazu. Daher empfehle ich Euch auf jeden Fall noch extra Decken oder Schlafsäcke von Zuhause mitzunehmen.

Gebt es zu…. Ihr habt bei Camping erstmal an ömmelige Zelte, spießige Wohnwagen mit Gartenzwergen im Vorgarten und piefige Gemeinschaftswaschräume gedacht, oder? Aber ich sach euch….die Holländer haben es einfach drauf wenn es um Coolness, Interior und Lifestyle geht.

Was wir sonst noch so im Umland des Ferienparks entdeckt haben, erfahrt Ihr dann beim nächsten Mal. Nur soviel: ich war entzückt. Holland ist halt immer eine Reise wert.

Offenlegung: Wir wurden von FerienparkSpecials zu diesem Glamping-Wochenende eingeladen. Dies hat keinen Einfluss auf meine Berichterstattung.

 

 

12 Kommentare

  1. Hallo Nadine, habe euer Campingabenteuer auf Snapchat ein wenig mitverfolgt und dachte noch, 15 Grad im Zelt sind ja gar nicht so schlecht… aber alles ist eben relativ. Das „Zelt“ sieht jedenfalls klasse aus, und ganz schön luxuriös. Ich bin auch nicht mehr so richtig fürs Zelten im kleinen Zelt, außer man ist wandern, da gehört das dann irgendwie dazu. Ihr scheint jedenfalls ein tolles Campingwochenende gehabt zu haben, trotz des schlechten Wetters.
    Wir haben mal ein paar Nächte in solchen Safarizelten (doch ohne Küche) in Costa Rica verbracht. Da war es eher zu heiß, aber die Geräuschkulisse des Regenwaldes überwältigend. Die Kinder hatten allerdings anfangs ein wenig Bammel, und die große Spinne, die morgens hereinkroch trug auch nicht unbedingt zur Beruhigung der Gemüter bei…!!! Waren übrigens auch Holländer, die diese Zelte vermieteten.
    Weiterhin noch viel Spaß bei weiteren Camping- bzw. Glampingabenteuer!
    LG
    Hartmut

    • Nadine sagt

      Huhu Hartmut, über 15 Grad hätte ich mich gefreut. Wir hatten eher 5-8 Grad und strömenden Regen. Da fand ich „zelten“ dann schon voll mutig und souverän von uns ;). Aber ich gebe Dir Recht….bei schwülen 35 Grad in Costa Rica macht das sicher auch nur mäßig Spaß zu zelten. Aber das Coole an den Glamping-Zelten ist ja dann wieder die Aircondition ;). Und Spinnen und Schlangen…uah! Da kann ich ein Lied aus Australien von singen. Habe jedes Mal panisch Schuhe, Schlafsack und Co. ausgeschüttelt. Man weiß ja nie wen man noch so als Mitbewohner hat. Da lob ich mir Holland. Da haste höchstens mal nen Marienkäfer oder ne Mücke im Zelt. 😉 LG nach Schweden, Nadine

      • Und ich dachte, ich hätte auf Snapchat irgendetwas mit 15 Grad gesehen…, aber da war wohl die eins gefallen herunter… geht einfach zu schnell für mich alten Mann bei Snapchat… tja, und ne Mücke im Zelt kann ja auch recht anstrengend sein 🙂
        LG
        Hartmut

        • Nadine sagt

          Gesehen? Du meinst gehört? Haha. Vielleicht hab ich mich ja versprochen? Hmm. Das mit Snapchat üben wir noch, Hartmut. Mein Ding isses auch noch nicht, aber ich dachte ich teste das mal aus.

  2. Wir haben seit 2 Jahren einen Mini-Wohnwagen, mit dem wir schon auf diversen Campingplätzen waren. Von echt oll, unfreundlich und ekelig bis hin zu 5 Sterne, blitzeblank und top! Auf letzterem bin ich mit meinem Glamping-Mobil natürlich am liebsten!
    Für die Sommerferien hab ich mir jetzt in meinem wirren Kopf gedacht, fahre ich mit den Kindern noch ein paar Tage mit dem Zelt irgendwohin, mal sehen! Denn den Wohnwagen fahre ich nicht alleine..
    LG
    Martina

    • Nadine sagt

      Hallo Martina, so ein kurzes Wochenende würde ich mir vielleicht auch nochmal mit einem normalen Zelt antun, denn Kinder lieben sowas ja. Das Problem ist aber meist leider das Wetter, daß ja seltenst perfekt für solche Aktivitäten ist. Nicht zu heiß, nicht zu kalt, nicht zu naß… naja. Mini-Wohnwagen? Hast Du ein Foto davon auf Deinem Blog? LG, Nadine

  3. Echt schöne und süße Bilder. Dein Sohn, der Sonnenuntergang… Ich muss zugeben, dass ich bis jetzt nur 1 Mal als Kind gecampt bin und es nicht mochte. Aber nach deinem Artiekl habe ich fast wieder Lust drauf, bis ich dann merke das ich nicht der Typ dafür bin.

    schöne Woche noch,
    Die eine in der Masse

    • Nadine sagt

      Danke schön, Die eine in der Masse! Ist allerdings mein Mann vorm Sonnenuntergang. Und ja, solltest Du unbedingt mal ausprobieren. Ich fand es (bis auf die Temperaturen) toll. GlG, Nadine

  4. Was fürn geiles Zelt! Boah! Ich kann verstehn dass die Jungs ausgeflippt sind! Zelten find ich ja auch immer ne Spur schwierig. Toll ist ja, dass man so in der Natur unterwegs ist, aber mal ehrlich, im Winter ists zu kalt und im Sommer zu heiß dadrin. Und dieses harte und klammfeuchte liegen im Schlafsack ist ja auch nicht so direkt meins. Ich bin also auch ein Camping- Waschlappen. So isses halt. Smak Anne

  5. Das sieht ja wirklich gut aus! Ich liebe Holland und wie mir scheint wäre das Clamping auch eine Möglichkeit für mich. Ich bin nämlcih auch ein Camping-Waschlappen und mag lieber in einem richtigen Bett schlafen und eigenen Waschräume haben.

    • Nadine sagt

      Jedem Camping-Waschlappen kann ich Glamping dann nur wärmstens ans Herz legen :). LG/ Nadine

  6. Holland ist ein tolles Reiseziel!! Aber kennst du vielleicht auch Campingplätze in Deutschland, wo man gut Glampen kann?
    LG

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