Montréal und die Lanaudiere mit Kindern

Big City Life, wilde Tiere und Outdoor-Action

Liebe Lesenden, ich wünsche Euch allen ein wundervolles neues Jahr! Ich hoffe, Ihr seid gut in das Jahr 2017 reingerutscht. Heute morgen wurde ich von einem Winterwonderland überrascht, bin wie ein kleines Kind mit roten Wangen und Kribbeln im Bauch, durch unseren verschneiten Wald gelaufen und war happy. 2017 wird gut. Auch wenn es soviel Unheil auf der Welt gibt. Aber davon dürfen wir uns nicht anstecken lassen, sondern müssen jeden Tag die vielen schönen Momente festhalten und genießen. Und wir können täglich mit so vielen kleinen Dingen, Handlungen und Gesten das Leben auf unserem Planeten besser machen. Wer mag liest nochmal mein Review 2016 und Preview 2017.

Da Kanada 2017 sein 150jähriges Bestehen feiert, sein Präsident Justin Trudeau die coolste Politikersocke auf Erden ist und das Land, lt. dem Lonely Planet, das Trendziel des Jahres ist, widme ich ihm auch direkt mal meinen ersten Blogpost.  Aus meiner Sicht gehörte Kanada zwar schon immer zu den Top-Destinationen dieser Welt, aber nachdem wir letzten Sommer in Quebec so gut wie keine europäischen geschweige denn deutsche Touristen dort getroffen haben, hat sich der Trend ja scheinbar doch noch nicht so rumgesprochen. Oder wenn dann nur unter allen outdoorliebhabenden, abenteuerlustigen Alleinreisenden und Paaren. Dabei hat gerade Quebec auch soviel für Familien zu bieten.

Montréal – Streetart, Festivals, Wildlife und frankophiler Lifestyle

Perfekte Ausgangsbasis für einen Trip durch die östliche kanadische Provinz Quebec ist natürlich Montréal. Mit 1,6 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Kanadas und nach Paris zudem die zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt. Allein das macht die Metropole schon so besonders. Denn man fühlt sich nun wahrlich nicht wie in Nordamerika, sondern eher nach Europa gebeamt.

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Montréal ist hübsch, cool, trendy, modern, kosmopolitisch, frankophil und vor allen Dingen auch bezahlbar. Ein nicht unerheblicher Faktor für Familien. Wir hatten z.B. eine ziemlich schöne Privatwohnung für schlappe 70 € die Nacht angemietet. In Neuengland kostet eine Unterkunft in der Größenordnung mind. 3-4 so viel. Also auf nach Kanada.

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Die Innenstadt von Montréal ist trotz seiner Größe relativ überschaubar. Versucht nur nicht unbedingt von einem Ende zum Anderen zu fahren. Dank drölfzillionen Baustellen und Umleitungen findet man dort u.U. nie wieder raus. Ich weiß, wovon ich rede.

Ansonsten kann man die Stadt in zwei Tagen aber relativ entspannt entdecken und sie ist daher auch mit Kindern gut machbar. Man trifft auf Native People in Kriegsbemalung in der Einkaufszone, kann an unzähligen Food Trucks lecker essen, jede Menge coole Streetart entdecken, Straßenkünstler bewundern oder am trendigen Alten Hafen entlangflanieren.

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Zudem gibt es unzählige Cafes und Restaurants und im Sommer summt und brummt es auf den Straßen. Die französische Lebensart ist hier an jeder Ecke zu spüren. Croissants und Cafe au Lait gehören zum täglichen Pflichtprogramm. Im Juli ist es in Montréal so warm, daß man sich kaum vorstellen mag, daß die Winter dagegen so eisig werden, daß komplett Downtown unterkellert ist. Unter der Stadt liegt noch eine Stadt, mit Shops, Kinos und Restaurants, die mittlerweile auf 32 km angewachsen ist. Im Notfall müsste man diese kaum verlassen. Total skuril irgendwie.

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In Montréal treffen architektonisch zudem Welten aufeinander. Ich liebe diesen Mix aus alt und neu, modern und shabby. Dazwischen immer wieder feinste Streetart, coole Shops und unzählige Festivals. Ich hatte das Gefühl, daß an jeder Ecke irgendein Open Air-Event stattfindet. Man feiert scheinbar gerne und viel.

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Lustigerweise ist die kanadische Tierwelt auch in Montréal nie weit entfernt. Auf dem Hausberg Mont Royal trifft man direkt auf ein Rudel neugieriger Waschbären (die man im Übrigen nicht füttern sollte), in jedem Park auf Nutrias und auf der Flussinsel Île Sainte-Hélène, auf Stinktiere. Das mich dann mal mitten in der Großstadt ein eigentlich ziemlich süß aussehendes, possierliches Tierchen mal eben aufs Übelste mit seinem Odeur beglücken würde, hätte ich in der Tat nie gedacht. Die nach Stinktier riechende Frau Hibbel geht jedenfalls in unsere Familiengeschichte ein und wird auf ewig ein Lacher sein. Von dem Stinktier gibt es im Übrigen leider kein Foto. Es rannte kurz nach seiner Missetat auf die Straße und wurde vor meinen Augen überfahren. So ein Ende habe ich ihm dann doch nicht gewünscht und ich hoffe, es wird im Stinktier-Himmel ein glücklicheres Leben haben.

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Die Lanaudiere – Abenteuer Natur vor den Toren Montréals

Auch rund um Montréal gibt es einiges zu erleben und entdecken. Einfach mal ne Stunde ins Auto setzen und schon befindet man sich im wilden Westen und mitten in schönster Natur. Gen Osten landet man in der Region TroisRivières und kann sich z.B. den Zoo von Montréal anschauen oder ist inmitten von Weinbergen. Gen Nord-Westen landet man in der wunderschönen Mauricie, wo man auf Bären, Biber und Elche trifft oder Kanu fahren gehen kann. Und östlich der Stadt liegt die Lanaudiere, das Naherholungsgebiet der Montrealer.

In der Pourvoirie Domaine Bazinet haben wir direkt jede Menge Kontakt zu Familien aus Montréal geknüpft, die dort gerne mal ein Wochenende verbringen. Interessanterweise hat uns jeder Zweite gefragt, was uns denn in diese Ecke Kanadas getrieben hätte? In der Tat waren wir auch die einzigen ausländischen Touristen weit und breit. Wir fanden das natürlich toll und neben den zahlreichen Wasssersport-Aktivitäten auf dem Gelände der Pourvorie, hatten wir jede Menge Unterhaltung und Aufmerksamkeit der Einheimischen.

Extrem gut ist im Übrigen das Essen in der Pourvoirie. Nicht empfehlen kann ich Euch jedoch Zimmer Nr. 11, welches durch die an der rechten Außenwand montierte Klimaanlage, die ganze Nacht total laut ist. Nehmt Euch besser eins der gemütlichen kleinen Chalets am Wasser.

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Sehr interessant fanden wir auch einen Besuch auf der Bison-Farm La Terre des Bisons. Die amerikanischen Bisons lebten einst in riesigen Herden in der Prärie und wurden durch die weißen Siedler und besonders Buffallo Bill fast ausgerottet. Eine traurige Geschichte, die man im hauseigenen Museum sehr gut vermittelt bekommt und mir Tränen in die Augen getrieben hat. Denn die Siedler jagten und töteten die imposanten Tiere ohne Sinn und Verstand und aus reiner Profitgier. Vor Ankunft der Siedler wurde der Bestand auf 30 Millionen Tiere geschätzt, heute leben in freier Natur maximal noch 30.000 Tiere. In der Terre des Bisons, leben die Büffel zwar in Gefangenschaft, werden von den Besitzern jedoch mit viel Liebe gehegt, gepflegt und gezüchtet. Ab und zu wird ein Tier geschlachtet, aber es wird immer großen Wert auf artgerechte Haltung und ein glückliches Leben gelegt.

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Wundervolle Tiere und Ihr könnt Euch sicher vorstellen, daß ich Buffallo Bill nicht mehr sehr sympathisch finde. Ich hoffe, irgendwann wacht auch der letzte Mensch auf Erden auf und begreift, daß wir unseren wundervollen Planeten und all seine Bewohner schützen müssen. Hoffentlich ist es dann nicht zu spät.

Seid Ihr schon in Montréal und Umgebung gewesen? Habt Ihr noch Tipps? Was hat Euch am Besten gefallen? Ich kann Euch Quebec als Familienreiseziel 2017 jedenfalls nur wärmstens ans Herz legen. Und wo ich hier eh gerade im Schneefieber bin, würde ich mich am Liebsten direkt dorthin beamen, denn Quebec ist im Januar sicher ein Winterwonderland und atemberaubend schön.  

Offenlegung: Unsere Reise durch Quebec wurde von Quebec Authentique unterstützt. Meine Meinung bleibt davon wie immer unangetastet.

 

2 Kommentare

  1. Flögi sagt

    Ohh, der Waschbär ist megasüß, aber alles ist toll, ihrhabt dort ziemlich viel Abwechslung gehabt. Und ja, frohes neues Jahr wünsche ich dir (euch). Liebe Grüße

  2. Montreal scheint eine richtig coole Stadt zu sein!
    Nur das arme Stinktier tut mir leid und deine Klamotten 🙂 konntest du die je wieder anziehen?
    LG, Sabine

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